1. Arbeitsvorbereitung
Erste Regel eines guten Labors ist die Sauberkeit der Werkzeuge. Was bei Gold und Stahl die Regel ist, sollte genauso auch bei der Arbeit mit Gips beachtet werden. Sowohl Becher als auch Rührspatel müssen frei von Gipsresten sein und besonders nach der Reinigung mit Gipslösern o.ä. gut mit klarem Wasser abgespült werden. Denn jegliche Form von Reststoffen am Werkzeug kann zu falschen Ergebnissen führen. Die vom Hersteller vorgegebenen Mischungsverhältnisse sind so präzise wie möglich einzuhalten. Abwiegen und Abmessen von Gips und Wasser gewährleisten die Reproduzierbarkeit.
2. Wasser
Die größte Präzision der Ergebnisse wird mit destilliertem Wasser erzielt. Doch auch das Anrühren mit normalem Leitungswasser kann die gewünschten Ergebnisse bringen. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass das Wasser Raumtemperatur hat. Kaltes oder zu warmes Wasser kann die Ergebnisse verfälschen.
3. Mischen
Das Gipspulver wird zügig in das Wasser eingestreut. Nach einer Sumpfzeit von 20 - 30 Sekunden wird der Gipsbrei angemischt. Hierbei gibt es die Möglichkeiten des manuellen und des maschinellen Rührens. Das Mischen per Hand muss 60 Sekunden (bei Abdruckgipsen und Artikulationsgipsen 30 Sekunden), per Maschine unter Vakuum ca. 30 Sekunden dauern. Hierbei ist zu beachten, dass nachträgliches Beimischen von Gipspulver oder Wasser die Ergebnisse verfälschen kann.
4. Ausgießen
Das Ausgießen der Modelle sollte sofort nach Ende des Mischens erfolgen. Denn der bereits einsetzende Abbindeprozess kann in einem fortgeschrittenem Stadium bereits wichtige Details der Abformung nicht 100% wiedergeben. Der Einsatz eines Rüttlers ist durchaus zu empfehlen um Blasenbildung zu vermeiden und den Gipsbrei an jeden noch so kleinen Winkel des Abdrucks zu bringen. Das Verlängern der Verarbeitungszeit durch Rütteln ist jedoch zu vermeiden, da hierdurch die Kristallstruktur des Gipses geschädigt und dessen Härte vermindert wird.
5. Modellieren
Nach dem Einrütteln und Schichten des Gipsbreis, kann das Modell nach- modelliert werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Nachbearbeitung bis zur Hälfte der Abbindezeit gehen sollte. Auf jeden Fall sollte keine Nachbearbeitung mehr erfolgen, wenn der Brei seinen Glanz verliert.
6. Ausformen
Nach ca. 30 - 45 Minuten ist der Abdruck soweit abgebunden, dass er ausgeformt werden kann. Danach sollte der Abdruck weitere 120 Minuten ruhen, um die optimale Härte zu erreichen.
7. Trimmen
Das Nachbehandeln des Modells d. h. Schleifen, Sägen und Abdampfen sind Vorgänge, die unter Zuhilfenahme von Wasser geschehen. Dieser neuerliche Kontakt des Modells mit Wasser kann die Expansion geringfügig steigern. Auch das Erhitzen (ausbrühen) hat eine thermische Expansion zu Folge, was durchaus zu Ungenauigkeiten führen kann. Diese Expansion ist allerdings weitgehend reversibel. Zu beachten ist, dass das Modell vor dem ausbrühen 10 - 20 Minuten gewässert werden sollte.
8.Tipps & Tricks
- Während der Gips in die Form fließt, kann es im Modell zu Blasenbildung kommen. Dies kann durch leichte Vibration vermieden werden.
- Nachrütteln zur Verlängerung der Gießzeit hat Einfluss auf die Endhärte und Druckfestigkeit des Abdrucks.
- Wenn Abbindezeit und Expansion nicht den angegebenen Daten entsprechen, ist es auch möglich, dass durch zu stark gechlortes oder stark mineralhaltiges Wasser die Ergebnisse verfälscht werden. In diesem Fall ist die Verwendung von destilliertem Wasser hilfreich.
- Das Wasser sollte Raumtemperatur haben, da sich durch die Temperaturunterschiede zwischen Wasser und Pulver die Werte verändern können.
- Die Anmischzeit um einige Sekunden zu verlängern ist der beste Abbindebeschleuniger!
- Die Negativform muss frei von Rückständen sein. Jeglicher Schmutz kann eine Verfärbung oder sogar Ungenauigkeiten in Expansion oder Härte des Modells hervorrufen. Insbesondere Entspannungmittel / Desinfektionsmittel
- Spühlmittel / Reinigungsmittel in der Nähe des Gipstisches können die Haftkraft von Artikulationsgipsen stark vermindern.
9. Lagerung und Haltbarkeit
Haltbarkeit abhängig von Verpackung und Lagerart (ungeöffnet in Originalverpackung)
mindestens 12 Monate für Synthesegips, 24 Monate bei Mineralgips. Fest verschlossen und trocken lagern. Nach Gebrauch verschließen, um Kontakt mit Feuchtigkeit zu vermeiden.
10. Zusatzinformation
Die in diesen Unterlagen enthaltenen Angaben sind das Ergebnis unserer Erkenntnisse und Erfahrungen. Sie entsprechen unserem besten Wissen und sind für die Beratung unserer Kunden bestimmt. Sie gelten jedoch nur als unverbindliche Hinweise. Schutzrechte Dritter sind zu beachten.
Die Firma Schwarzmann GmbH gewährleistet, dass die Produkte den Lieferspezifikationen entsprechen. Die Informationen ersetzen im Einzelfall keine Vorversuche, welche für die vorgesehene Verwendung des jeweiligen Produkts unerlässlich sind. Ferner sollte in jedem Fall geprüft werden, ob das Produkt den geltenden gesetzlichen Bestimmungen entspricht und gegebenenfalls die erforderlichen Zulassungen eingeholt werden.